Bienenfreundlicher Garten

Die meisten Pflanzenarten in Europa sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Die Honigbiene leistet den Hauptteil dieser wichtigen Arbeit, ohne die es unsere Artenvielfalt nicht gäbe und unsere Supermarktregale ein wenig leerer wären. Denn Bienen sorgen für reiche Ernte bei vielen Gemüse- und Obstarten, wie bei Kirschen, Äpfeln, Brombeeren oder Erdbeeren. Sie gehört somit früher wie heute zu unseren wichtigsten Nutztieren.

Bienenschutz und Bienenweide

Die Ernährung von Bienen besteht aus Nektar, einer süßen Zuckerlösung aus der Honig entsteht und eiweißreichem Blütenstaub, dem Pollen, mit dem sie ihre Brut ernähren. Beide lagern sie im Bienenstock ein.

Unsere Gartenpflanzen sind unterschiedlich gute Bienenweiden. Nur Blüten mit Staubgefäßen und auch Nektarien sind für sie attraktiv. Sehr gute Nektar- und Pollenspender rund ums Gartenjahr sind beispielsweise frühe Krokusse, Wildtulpen oder die gelben Winterlinge. Sie eröffnen im zeitigen Frühjahr das Buffet für die Bienen. Im Frühling bieten Obst- und Beerenobstgehölze sowie unserer Küchenkräuter ausreichend Nahrung.

Balkonpflanzen, wie die ungefüllten Dahlien, Sonnenhut oder Studentenblumen, sind im Sommer von Bienen gut besucht. Zudem freuen sich die Bienen bei heißem Wetter über eine Wasserstelle. Am besten ein möglichst flaches Gefäß immer bis zum Rand mit Wasser füllen und aufstellen, sodass die Bienen es bequem anfliegen können. Im Herbst sind Astern, Chrysanthemen oder die Schneeheide nicht nur für Bienen interessant.

Ihr Beitrag für eine intakte Umwelt

In aufgeräumten Gärten und Landschaften sind natürliche Nistplätze und Unterschlüpfe rar geworden. In Insektenhotels finden verschiedene nützliche Insekten Unterschlupf, Nist- und Überwinterungsmöglichkeit. Insektenhotels sind en Naturerlebnis und ein Beitrag für eine intakte Umwelt. Die Bewohner sind friedliebend, sichern die Erträge unserer Kulturpflanzen und halten Blattläuse und andere Schädlinge in Schach. Die Bienen oder Wespen, die hier einziehen, leben solitär. Da sie keinen Staat zu verteidigen haben, sind sie nicht aggressiv, sondern legen lediglich einzelne Brutkammern für ihren Nachwuchs an.

Hängen oder stellen Sie das Insektenhotel an einem geschützten, sonnigen oder halbschattingen Platz auf. Die Front sollte nicht zur Wetterseite zeigen, sondern nach Osten, Süden und Südwesten. Achten Sie darauf, dass das Insektenhotel nicht im Wind hin- und herpendelt. Das Insektenhotel sollte das ganze Jahr über draußen bleiben. Bei Überwinterung im Warmen besteht die Gefahr, dass die Nützlinge zu früh schlüpfen und sterben.

Insektizide vermeiden: Keine Chemie im Bienen- Garten

In der Regel sind Insektizide chemische Mittel, die auf das Nervensystem der Insekten wirken und sie abtöten. Aufgrund der Gefahr für Mensch und Umwelt sind diese Mittel zunehmend in Verruf geraten. Schließlich wirkt das Gift nicht nur auf die zu bekämpfenden Schädlinge, sondern auch auf andere Insekten, wie Bienen. Insektizide werden nur noch nach Beratung verkauft und müssen grundsätzlich in verschlossenen Pflanzenschutztheken angeboten werden. Trotz dieser Maßnahmen sind nach wie vor umwelt- und bienengefährliche Mittel im Umlauf. Solche Insektizide stammen aus der Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide und stehen im direkten Zusammenhang mit dem Bienensterben der letzten Jahre. Selbst kleinste Mengen können Hummeln und Bienen schaden, wie Studien beweisen. Dabei gibt es durchaus Mittel, die sogar für den biologischen Landbau erlaubt sind. Schließlich geht es beim Anbau von Gemüse und Obst nicht darum, alle Insekten zu vernichten sondern für das natürliche Gleichgewicht in der Natur zu sorgen und die Widerstandskraft der Pflanze zu steigern.

Wir haben vier Tipps wie Sie auf Insektizide verzichten können:

  • Pflanzengemeinschaft: Mischkulturen und eine ausgewogene Fruchtfolge beugen Schädlingsbefall vor.
  • Das stinkt den Schädlingen: Dieser Tipp macht sich das Prinzip der Mischkultur zu nutzen. Die meisten Schädlinge werden von dem Geruch der Wirtspflanze angezogen, wenn dieser durch andere, stark riechende Pflanzen überdeckt wird, suchen sie sich andere Plätze. Hilfreich sind Zwiebelgewächse und Lavendel.
  • Einen weiteren Schutz bieten resistente Pflanzenarten. Für den Gemüsegarten gibt es Sorten von z.B. verschiedenen Salatarten, denen Blattläuse nichts anhaben können. Im Gemüsegarten kann das Wachstum von Jungpflanzen durch Auslegen von Vliese gefördert werden. So sind die Pflanzen bereits kräftig, wenn der Schädlingsbefall beginnt.
  • Fallen & mechanisches Entfernen: In verschiedenen Fällen ist es auch möglich, Schädlinge abzufangen, etwas durch beleimte Gelbtafeln. Selbst wenn die Pflanze von Schädlingen befallen ist, kann man noch eine Menge dagegen unternehmen. Zum Beispiel lassen sich Raupen oder auch kleine Blattlauskolonien mit der Hand absammeln oder mittels Wasserstrahl entfernen. Bei erhöhtem Auftreten können befallen Pflanzenteile auch abgeschnitten werden.

Allgemein bieten Ziergärten nicht den ideal Raum für Bienen, daher freuen sich die Insekten über jede blühende Pflanze mit Staubgefäßen und Nektarien sowie jede Hilfe die sie erhalten können. Es ist auch nicht nötig, dass Sie Ihren Garten oder Balkon vollständig auf Bienen ausrichten – kleine Änderungen helfen den Nutztieren bereits.

Nach oben