Wie vermeide ich Insektizide?

Keine Chemie im insektenfreundlichen Garten

Insektizide sind chemische Mittel, die auf das Nervensystem der Insekten wirken und sie so abtöten. Nicht nur deswegen, sondern auch wegen der Gefahr für Menschen und im Allgemeinen für die Umwelt, sind diese Mittel zunehmend in Verruf geraten. Diese Mittel wirken natürlich nicht nur gezielt auf Schädlinge sondern auch auf Nützlinge wie Bienen. 

Deswegen dürfen Insektizide nur noch nach einer ausführlichen Beratung verkauft werden und sind in den Märkten auch in verschlossenen Pflanzenschutztheken verstaut. Trotz dieser Maßnahmen sind immer noch viele Umwelt und Bienen gefährdende Mittel im Umlauf. Insektizide stammen aus der Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide. Diese gelten, neben anderen Einflussfaktoren, auch als Faktor für das Bienensterben der letzten Jahre.  Studien beweisen, das selbst kleinste Mengen Hummeln und Bienen schaden – was passiert also erst, wenn die Mittel nicht Fachgerecht angewendet werden? 

Dabei gibt es durchaus Mittel, die sogar für den biologischen Landbau erlaubt sind. Schließlich geht es beim Anbau von Gemüse und Obst nicht darum, alle Insekten zu vernichten, sondern für das natürliche Gleichgewicht zu sorgen und die Widerstandskraft der Pflanze zu steigern.

Wir haben drei Tipps für Sie, wie Sie auf Insektizide verzichten können.

1. Der beste Schutz gegen Schädlingsbefall sind Mischkulturen und eine ausgewogene Fruchtfolge. Solche Pflanzgemeinschaften locken nützliche Insekten an und halten Schädlinge fern.  Als Beispiel: Die meisten Schädlinge werden von dem Geruch einer Pflanze angezogen. Wenn dieser durch den Geruch einer anderen Pflanze überdeckt wird, kann sie die Wirtspflanze nicht finden. Als Pflanzen bieten sich hier Zwiebelgewächse und Lavendel an – letzterer sieht in direkter Nachbarschaft zu Rosen nicht nur super aus, sondern schützt die Zierpflanze auch vor Schädlingsbefall. Zusätzlich ist Lavendel eine gute Bienenweide.

2. Einen weiteren Schutz bieten resistente Pflanzenarten. Es gibt bestimmte Sorten an Gemüse, für den Gemüsegarten, die robuster gegenüber Schädlingen sind. Zum Beispiel verschiedene Salatarten, denen Blattläuse nichts anhaben können. Im Gemüsegarten kann das Wachstum von Jungpflanzen durch Auslegen von Vliesen gefördert werden. So sind die Pflanzen bereits kräftig, wenn die Zeit für den Schädlingsbefall beginnt.

3. Fallen & mechanisches Entfernen von Schädlingen: In verschiedenen Fällen ist es auch möglich, Schädlinge abzufangen, etwa durch beleimte Gelbtafeln. Selbst wenn die Pflanze von Schädlingen befallen ist, kann man noch eine Menge dagegen unternehmen, ohne direkt chemische Mittel einsetzen zu müssen. Zum Beispiel lassen sich Raupen oder auch kleine Blattlauskolonien mit der Hand absammeln oder mittels eines Wasserstrahls entfernen. Bei erhöhtem Auftreten können befallene Pflanzenteile auch einfach abgeschnitten werden.

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